“Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.” Diesen altbewährten Grundsatz sollte man auch bei der Suche nach einem neuen schnurrenden Lebensgefährten beherzigen. Der Kauf einer Katze ist kein Geschäft, was man zwischen Tür und Angel abschließt. Wer seine Katzen liebt, nichts zu verbergen hat und in dem Wurf der Kätzin nicht nur eine Geldquelle sieht, wird dem Interessenten von selbst vorschlagen, in aller Ruhe das bisherige Quartier zu inspizieren, die Katzenmutter kennenlernen und die Jungen beim Spiel beobachten.

Kehrt machen sollte man sofort, wenn man feststellt, daß die Kätzchen fernab menschlicher Nähe in einem Keller oder Zwinger isoliert aufwachsen. Wenn sie hingegen in der Wohnung leben, es nicht penetrant nach Katze riecht und auch Futternäpfe und Katzenklos einen sauberen Eindruck machen, ist die erste Hürde bereits genommen. Beobachten Sie dann in aller Ruhe die herumtollenden Kätzchen. Gesunde Katzenkinder sind munter und neugierig, haben ein glänzendes glattes Fell, klare Augen und ein sauberes Näschen. Sauer und geruchlos müssen auch die Ohren sein. Wenn alle Kätzchen einen gesunden Eindruck machen, haben Sie die Qual der Wahl. Niedlich sind schließlich alle Katzenkinder. Möglicherweise nimmt Ihnen auch eines der Kätzchen die Entscheidung ab, indem es nicht von Ihrer Seite weicht und schnurrend um Ihre Liebe buhlt.

Beim Kauf einer Katze spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Um sicher zu gehen, sollte man nur ein Kätzchen mit anerkannter Ahnentafel kaufen. Erkundigen Sie sich auch, wieviele Würfe die Katze innerhalb eines Jahres hatte. Von seriösen Verbänden wird je Zuchtkatze nur ein Wurf im Jahr anerkannt und ins Zuchtbuch eingetragen. Rassekatzen können auch den Vorteil haben, dass man eine Katze trotz Allergie bekommen kann.

Ganz nach Gefühl und Sympathie können Sie sich entscheiden, wenn Sie keine Ambitionen haben, mit dem Tier Ausstellungen zu besuchen oder zu züchten. Ansonsten sollten Sie sich vorher genau über das geforderte Idealbild der jeweiligen Rasse informieren. Viele Züchter unterscheiden zwischen Liebhaber-, Ausstellungs- und Zuchttiere. Entsprechend gestaffelt können dann auch die Preise sein. Ein Zuchttier darf absolut keinen Schönheitsfehler haben und muß in jeder Beziehung dem Standard entsprechen. Viele Verträge enthalten zum Schutz des Tieres die Klausel, daß die Katze nicht ohne Einwilligung des Züchters an Dritte weitergegeben oder verkauft werden darf. Sie behalten sich für diesen Fall ein ausdrückliches Rückkaufsrecht vor, um dem Tier einen möglicherweise problematischen Besitzerwechsel zu ersparen.

Der Kaufvertrag muß alle relevaten Daten über das Tier enthalten. Im Kaufpreis inbegriffen ist neben dem Stammbaum auch der Impfpaß mit dem Nachweis über die erfolgte Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche.

Warum sind Rassekatzen so teuer

Warum sind Rassekatzen so teuer…..?

Diese Frage hört man immer wieder, meistens mit Bemerkungen verbunden, wie: “Katzen bekommt man normalerweise umsonst usw. usw….. ”

Diese Annahmen basieren häufig auf Unwissenheit. Es ist ja leider Gottes auch oft genug so, dass Rassekatzen (egal welcher Rasse sie nun angehören) weit unter Preis angeboten werden. Damit ist nicht gemeint, dass die meisten Züchter ihre Katzen zu überhöhten Preisen anbieten, sondern dass die verantwortungsvolle Zucht, es handelt sich schliesslich um Lebewesen, einfach ihre Kosten hat! Es müssen zum Wohl der Tiere eigentlich selbstverständliche Vorschriften eingehalten werden, wie z.B. die erlaubte Deckhäufigkeit der Mutterkatze.

Verantwortungsvolle Züchter gehören einem Katzenzüchter-Verein an. Dieser stellt u.a. Papiere für die Tiere aus, dadurch wird z.B. gewährleistet, dass die Zuchtregeln eingehalten werden. Die Tiere entsprechen den Zuchtrichtlinien, sie sind gesund, werden regelmäßig geimpft und untersucht, sie haben keine Missbildungen und entsprechen dem Rasse-Standard.

Exakt sind die anfallenden Kosten nicht planbar, Züchter müssen immer mit unerwartet anfallenden Kosten rechnen, für Tierarzt, Arzneimittel usw. Die meisten Züchter betreiben eine Hobbyzucht, sie haben keinen Gewerbebetrieb und das ist auch richtig, denn würden sie die volle Kostenrechnung aufmachen, dann würde das Finanzamt bei nebenberuflicher selbstständiger Tätigkeit ganz schnell erkennen, dass sie ja keinen Gewinn erzielen sondern Liebhaberei betreiben. In diesem Fall dürfen sie die eingesparten Steuern aus ihren Zuchtverlusten dann noch nachentrichten, dass das empfindlich weh tut, kann man sich vorstellen!

Die wiederkehrenden Kosten in der Katzenzucht sind einfach nachzuvollziehen:

Futter – (als verantwortungsvoller Züchter füttern sie nicht irgendwelche “no Name” Produkte, sondern sie füttern gezielt, je nach Bedarf , tragende Tiere benötigen ein anderes Futter als nicht tragende usw

Katzenstreu – (natürlich füllen sie eine gute Einstreu ins Kistchen)

Impfungen – in der 8. Woche sowie in der 12.Woche, hierfür sind grob geschätzt ca. 60,– EUR pro Kätzchen fällig – zusätzlich ca. 20,- EUR für weitere Tierarztkosten. Auch dieses ist nur ein kleiner Posten und diverse Sachen wie FeLV-, FIV-Test, großem Blutbild, einer Leukoseimpfung und Gesundheitszeugnis sind noch gar nicht berücksichtigt.

Anzeigen, Minimum von 100,– bis 150,– EUR um die Tiere zu verkaufen, müssen ebenfalls geschaltet werden.

Da kommen pro Jungtier allein bei dieser Minimalberechnung ganz schnell mal 300,– EUR auf den Züchter zu. Wenn, ja wenn, die Tiere zum Abgabetermin verkauft werden können, mit jedem Tierchen, das später verkauft wird, fallen weiterhin Fixkosten an, ohne das das Kätzchen dadurch an Marktwert gewinnt. Viele Liebhaber sind enttäuscht, wenn die Mieze dann schon älter ist, denn die meisten Interessenten wollen den neuen Liebling von klein auf begleiten und es wird mit fortschreitender Zeit immer schwerer die Kätzchen zu verkaufen, also vorsichtshalber rechtzeitig noch mehr Werbung, sprich Anzeigen, sprich: Kosten!!!!!!

Jetzt ist es soweit, die Kätzchen sollen zu Ihren neuen Besitzern. Sie wollen doch sicher sein, dass es sich um verantwortungsvolle Dosenöffner handelt und bringen die Tierchen in ihr neues Zuhause. Schon damit man sich kennen lernen kann, schließlich wollen sie den neuen Besitzern ja auch mit Rat und Tat zur Seite stehen und diese wollen ebenfalls sicher gehen, dass es sich um verantwortungsvolle Züchter handelt und sie ihr Geld nicht irgendwelchen unseriösen Katzen-vermehrern in den Rachen geworfen haben. Fazit: Reisekosten!

Unvorhersehbare Ereignisse können jeden Züchter zu einer Rücknahme des Tieres veranlassen, eine Allergie, vor der auch Katzenliebhaber nicht sicher sind, gehört z.B. dazu – Kosten für Transport, erneute Vermittlung usw.!

Die meisten Menschen wissen auch nicht, dass Zuchttiere nicht so einfach aus dem Nichts kommen. Kater und Katzen mit denen gezüchtet werden kann, kosten Geld. Viel Geld, die Grenzen sind nach oben, bei erstklassigen Katzen , wie Sie sicher verstehen werden, offen. Wer gar ins Ausland fahren, oder fliegen muss, bzw. sein Tier mit einem teuren Flugticket einfliegen lässt, kann dafür ordentlich zur Ader gelassen werden, auch hier hat Qualität mittlerweile ja auch den für den Leser dieser Zeilen verständlichen Preis. Aber mit dem alleinigen Kauf von Tieren, die zur Zucht geeignet sind, kommt ein Züchter natürlich nicht immer aus.

Wenn man z.B. das Risiko eines übel herumspritzenden Deckkaters (den es ja schließlich auch nicht umsonst gibt) nicht eingehen will, wird noch einmal Deckgebühr (ca. 300,– EUR dabei ist nach oben auch wieder keine Grenze!) fällig. Die entsprechenden Gesundheitszeugnisse, evtl. erforderliche Zusatzimpfungen, die ein Deckkaterbesitzer mit Recht vom Katzenbesitzer verlangt, sind natürlich, wer hätte das gedacht, auch nicht umsonst! Von den anfallenden Reisekosten nicht zu reden, schließlich wohnt ein geeigneter Deckkater ja nicht gleich um die Ecke! Dabei ist noch nicht eingerechnet, das diese Aktion vielleicht nicht gleich zum gewünschten Erfolg führt. Im übelsten Fall ist nach mehreren erfolglosen Nachbesserungsversuchen, der Erfolg nicht gegeben, weil vielleicht die “Chemie” zwischen Katze und Kater nicht gestimmt hat oder die ungewohnte Umgebung für das Tier zuviel Stress bedeutete. Dann war das ganze Geld im wahrsten Sinn des Wortes für die Katz und das Drama geht von neuem bei der nächsten oder übernächsten Rolligkeit los. Kosten wohin man schaut!!!!!!

Wenn man als Züchter dem Rassestandard genügen will und sogar an der Verbesserung des selben mitwirken möchte, muss man natürlich auch regelmäßig Katzenausstellungen besuchen um die Tiere von einer Fachjury bewerten zu lassen und um festzustellen wo man mit seiner Zucht steht. Je nach Wohnort und Ausstellungsort fallen mal wieder Reisekosten, Übernachtungskosten und Ausstellungsgebühren an. Wenn Sie zu einer mit zwei Tieren zu einer Zweitagesausstellung fahren, sind sie locker 250,– EUR los und dabei haben sie sicher nicht beim abendlichen Buffet über die Stränge geschlagen! Vielleicht hat sich das ganze ja insofern gelohnt, dass sie mit anderen Züchtern oder gar mit Kaufinteressenten Kontakte knüpfen konnten. Ganz besonders lohnend war die Ausstellungsteilnahme aber, wenn ihre Tiere auch noch von den anwesenden Richtern gut bewertet wurden. Das heißt nämlich nicht, dass sie im anderen Fall nicht zuchttauglich sind, nein, vielleicht waren nur zu viele Tiere ihrer Rasse oder ihres Farbschlages anwesend und es können nun mal nicht alle prämiert werden, also – auf zur nächsten Ausstellung!

Fazit: Man kann noch nicht mal alle anfallenden Kosten auf den Verkauf der Jungtiere umlegen und Sie haben jetzt verstanden, warum Rassekatzen so teuer sind.

Damit sich die Katze wohl fühlt, empfehlen wir eine Höhle für Katzen zum Verstecken!